Kiesler-Preis 2016

Preisträger des 10. Österreichischen Friedrich Kiesler-Preises für Architektur und Kunst 2016: ANDRÉS JAQUE

 

Der Österreichische Friedrich Kiesler-Preis für Architektur und Kunst 2016 geht an den spanischen Architekten Andrés Jaque. Die mit 55.000 Euro dotierte Auszeichnung wird abwechselnd alle zwei Jahre von der Republik Österreich und der Stadt Wien „für herausragende Leistungen im Bereich der Architektur und der Künste, die den experimentellen und innovativen Auffassungen Friedrich Kieslers und seiner Theorie der ,correlated arts‘ entsprechen“, vergeben (Statuten des Friedrich Kiesler-Preises).

Die internationale Jury des Friedrich Kiesler-Preises 2016 würdigt Andrés Jaque und sein Office for Political Innovation für die „innovative Analyse, Multimedia Performance und sein herausragendes polemisches Design sowie den Fokus auf neue Wege sozialer Interaktionen. Andrés Jaque ist vielleicht der erste Architekt, der die urbanen und architektonischen Auswirkungen der neuen sozialen Medien und der damit verbundenen ,Sharing Economy‘ umfassend würdigt. Damit spielt er eine wichtige Rolle als Meinungsführer. Die Kiesler-Preis-Jury freut sich, den diesjährigen Preis an ein Büro zu verleihen, das verspielte Ästhetik mit ernsthafter Polemik kombiniert, um einige der originellsten, provokativsten und einflussreichsten Arbeiten hervorzubringen, die diese Branche seit langer Zeit gesehen hat“ (Auszug aus der Begründung der Jury).

 

Juroren 2016 (von links nach rechts:) Benedetta Tagliabue, Architektin, (Peter Bogner, Direktor Friedrich Kiesler Stiftung), Beatriz Colomina, Architekturtheoretikerin, (Hani Rashid, Präsident Friedrich Kiesler Stiftung), Ben van Berkel, Architekt, Stella Rollig, Direktorin Lentos Kunstmuseum Linz, Peter Kogler, Künstler - Foto: Sabine Hauswirth
Juroren 2016 (von links nach rechts:) Benedetta Tagliabue, Architektin, (Peter Bogner, Direktor Friedrich Kiesler Stiftung), Beatriz Colomina, Architekturtheoretikerin, (Hani Rashid, Präsident Friedrich Kiesler Stiftung), Ben van Berkel, Architekt, Stella Rollig, Direktorin Lentos Kunstmuseum Linz, Peter Kogler, Künstler – Foto: Sabine Hauswirth

 

„Es ist eine sehr große Befriedigung, den Friedrich Kiesler-Preis zu erhalten, der Kieslers Bemühen ehrt, disziplinäre Grenzen und Konventionen herauszufordern. Ich glaube, dass das alltägliche Leben dazu da ist, um neu erfunden, diskutiert und in die Hand genommen zu werden; das versuchen wir, im Rahmen unserer Arbeit im Office for Political Innovation zu tun. Müssten wir Freunde und Freundinnen für diesen Zweck finden, würden wir die bisherigen Kiesler-PreisträgerInnen ganz oben auf die Liste setzen.“

Andrés Jaque, Friedrich Kiesler-Preisträger 2016


„Das Architekturverständnis von Andrés Jaque weist in die Zukunft: Indem er die komplexen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge thematisiert, positioniert er die Architektur als wesentliche Gestalterin des Alltags. Damit zeigt sich Andrés Jaque sowohl als Visionär wie auch als Pragmatiker, der mutige Lösungen zu einem Zeitpunkt entwirft, an dem die gewohnten Schemata nicht mehr greifen.“

Andreas Mailath-Pokorny, Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport der Stadt Wien


„Andrés Jaque gehört so wie Friedrich Kiesler zu jenen, die die Architektur aus dem monothematischen Denken des Bauens befreien. Dass der spanische Architekt, Querdenker und Visionär Jaque heuer mit dem Kiesler-Preis – dem höchstdotierten Architekturpreis Österreichs – ausgezeichnet wird, ist mehr als logisch: er begreift die Architektur als Konstrukteur der Gesellschaft die Gesprächsräume schafft. Damit setzt er den Weg fort, den bereits Friedrich Kiesler mit seiner ganzheitlichen und interdisziplinären Arbeitsweise verfolgt hat.“

Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst und Kultur


„Andrés Jaque ist ein würdiger Kiesler-Preisträger als ein Architekt, der furchtlos alles auf den Kopf stellt, wenn es um die zweitweise banalen Realitäten geht, die das Streben nach purem, fantastischem Raum erschweren. Seine Arbeit hob sich dieses Jahr hervor durch Lebendigkeit, Verspieltheit und kompromisslosen Einsatz, das Neue und Unorthodoxe ausfindig zu machen.“

Hani Rashid, Präsident der Friedrich Kiesler Stiftung


„Das transdisziplinäre Wirken von Andrés Jaque prädestiniert ihn zu einem würdigen Träger des 10. Kiesler-Preises. Seine ganz im Sinne von Friedrich Kieslers ,correalistischer‘ Theorie agierende künstlerische und wissenschaftliche Praxis, neue Konzepte zur politischen und gesellschaftlichen Innovation zu entwickeln, trägt maßgebend dazu bei, den rasanten aktuellen Veränderungen der Gesellschaft, der Architektur und des Urbanismus realistische Modelle anbieten zu können.“

Peter Bogner, Direktor der Friedrich Kiesler Stiftung


Jury des Kiesler-Preises 2016:

  • Ben van Berkel, Architekt, Amsterdam
  • Beatriz Colomina, Architekturtheoretikerin, Princeton University
  • Peter Kogler, Künstler, Wien
  • Stella Rollig, Direktorin Lentos Kunstmuseum Linz
  • Benedetta Tagliabue, Architektin, Barcelona