Friedrich Kiesler Stiftung

Die Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung wurde 1997 mit dem Erwerb des Nachlasses von Friedrich Kiesler durch die Republik Österreich und die Stadt Wien, sowie durch die Hilfe zahlreicher privater Stifter gegründet. Ihre Aufgabe ist es das Erbe des austro-amerikanischen Architekten (1890-1965) zu erforschen und der aktuellen Architektur- und Kunstproduktion einzuschreiben.

Kiesler orientierte sich, im Bestreben eine Einheit von künstlerischen und sozialen Wirkungsfeldern zu erreichen, an einer fächerübergreifenden, die Theorie und Praxis verbindenden Haltung. Er war in unterschiedlichen Disziplinen, Architektur, bildender Kunst, Design und Theater tätig. Aus diesem ganzheitlichen Denken und Handeln heraus entwickelt die Friedrich Kiesler Stiftung ihre interdisziplinären und transmedialen Aktivitäten. In der Auseinandersetzung mit Kieslers Werk und seiner Wirkungsgeschichte widmen sich die Forschungsprojekte, Symposien und Ausstellungen sowohl der historischen Befragung, wie auch dem zeitgenössischen kulturwissenschaftlichen Diskurs.

Stifter und Förderer
Bundeskanzleramt Österreich für Kunst und Kultur
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Kulturabteilung der Stadt Wien
Oesterreichische Nationalbank
Bank Austria Creditanstalt AG
Österreichische Postsparkassen Aktiengesellschaft
Österreichischen Lotterien
WITTMANN MÖBELWERKSTÄTTEN
Wiener Städtische Allgemeine Versicherung Aktiengesellschaft
Bank für Arbeit und Wirtschaft Aktiengesellschaft
Hannes Pflaum
Gertraud Bogner und Dieter Bogner
John Sailer

Vorstand
Elke Delugan-Meissl (Vorsitzende)
Thomas Angermair
Gerald Bast
Martin Böhm
Angelika Fitz
Katharina Handler
Jürgen Meindl
Christoph Thun-Hohenstein
Barbara Weitgruber (kooptiertes Vorstandsmitglied)

Archiv und Forschung
Gerd Zillner (interim. Direktor)
Jill Meißner-Wolfbeisser

Förderer

Kiesler steht hinter seinem Schreibtisch, genannt Flying Desk, in seinem Büro. Fotograf unbekannt.
Kiesler in seinem Büro hinter seinem Flying Desk

Archiv

Die Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung hat 1997 von Lillian Kiesler über 2.500 Arbeiten auf Papier sowie an die 15.000 Fotos und zahlreiche Dokumente und sekundäre Archivalien zum Leben und Werk Friedrich Kieslers erworben. Die Bestände des Archivs umfassen Zeichnungen, Skizzen und Pläne sowie Briefe und theoretische Texte von den 1920er bis in die 60er Jahre. Die weitgehend unpublizierten Materialien ermöglichen vielfältige Einblicke in Kieslers visionäre Konzepte, in seine Arbeitsweise, vor allem aber in sein grenzüberschreitendes Denken.

Kieslers Bedeutung als Schlüsselfigur der Kunst- und Architektur-Avantgarde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt sich in der umfassenden Korrespondenz mit renommierten Künstlern und Persönlichkeiten des kulturellen Lebens wie etwa Marcel Duchamp, Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Max Ernst, Hans Arp, Peggy Guggenheim u. v. a.

Der Besuch des Archivs (Montag – Freitag) ist nach terminlicher Vereinbarung unter gerd.zillner@kiesler.org möglich.

Bibliothek

Die Bibliothek der Friedrich Kiesler Stiftung setzt sich aus Literatur von Friedrich und Stefi Kiesler und einer Anzahl von Büchern zusammen, die Kieslers zweiter Frau Lillian gehörten. Die Kiesler Stiftung konnte seit ihrer Gründung auch Publikationen zu Kieslers Oeuvre sowie Sekundärliteratur zu seinem Werk und künstlerischem Umfeld erwerben. Zudem steht dem Interessierten auch allgemeine Literatur zu Architektur, bildender Kunst, Design, Theater sowie zu Kunst- und Architekturtheorie im Zusammenhang mit Friedrich Kiesler, seinem Werk und Leben, zu Verfügung. Auch eine große Anzahl von Romanen, Aufsätzen und Publikationen zu Geschichte, Anthropologie, Science Fiction, Medizin, Physiologie, Geologie, Biologie, Okkultismus etc. ist Bestandteil der Bibliothek.

Praktikum

Die Friedrich Kiesler Stiftung vergibt Praktikumsstellen im Bereich der wissenschaftlichen Bearbeitung und Inventarisierung von Archivmaterialien des Kiesler-Archivs für fortgeschrittene Studierende bzw. junge Absolvent*innen aus architektur-, kunst- und kulturwissenschaftlichen Bereichen.

Aufgabenbereiche
Die Praktikant*innen werden unter Anleitung der Archivare in die vorwissenschaftliche Ordnung, in einfachere konservatorische Maßnahmen sowie in die wissenschaftliche Aufarbeitung, Digitalisierung und Inventarisierung verschiedenster Archivmaterialien eingebunden. Darüber hinaus unterstützen sie das Personal der Friedrich Kiesler Stiftung bei der Kommunikation mit Verlagen und Autor*innen betreffend Werknutzungsrechten und Copyright-Fragen bei der Bildveröffentlichung. Da die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit auch präsentiert werden wollen, werden die Praktikant*innen auch in die Vorbereitung von Ausstellungen, Lectures und Symposien miteinbezogen.

Anforderungen
Fortgeschrittenes Studium / zweiter Abschnitt; gute EDV Kenntnisse (MS Office, Bildbearbeitung), gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, Teamfähigkeit sowie Interesse an Archivarbeit!

Praktikumsdauer
Drei bis sechs Monate

Entlohnung
Honorar für 20 Std./Woche – 300 Euro/Monat

Was Sie bei uns lernen
Als Praktikant*in in der Friedrich Kiesler Stiftung lernen Sie den konservatorisch richtigen Umgang mit originalen Papierarbeiten, Fotodokumenten und Planmaterialien, Grundbegriffe der wissenschaftlichen Verwaltung und Erschließung eines Künstlernachlasses sowie archivarische Grundkenntnisse. Darüber hinaus erhalten Sie einen Einblick in die Digitalisierung und EDV-gestützte Inventarisierung bzw. Sammlungsverwaltung. Der Nachlass Friedrich Kieslers bietet darüber hinaus einen kaum vergleichbaren Einblick in vier Jahrzehnte visionärer Architektur-, Design- und Kulturkonzepte.

Ihre Bewerbung (Motivation, Lebenslauf mit Foto) schicken Sie bitte als e-Mail an: gerd.zillner@kiesler.org